Die Evolution zum DevSecOps Engineer: Warum jetzt der richtige Zeitpunkt ist
Im Jahr 2026 stehen IT-Abteilungen vor einer Vielzahl neuer Aufgaben. Anwendungen verteilen sich zunehmend auf unterschiedliche Systeme, Containerisierung und Cloud-native Architekturen bestimmen die Praxis. Parallel dazu nehmen Cyberangriffe zu – von gezielten Supply-Chain-Attacken bis hin zu ausgefeiltem Social Engineering, das gezielt DevOps-Pipelines ins Visier nimmt. Traditionelle Grenzen zwischen Entwicklung, Betrieb und IT-Sicherheit verschwimmen immer mehr. Genau hier kommt die Rolle des DevSecOps Engineers ins Spiel: Fachkräfte, die Security konsequent in die Prozesse der Softwareentwicklung integrieren und so maßgeblich zur Entwicklung sicherer und ausfallsicherer Produkte beitragen.
Das Interesse an Kompetenzen aus diesem Bereich nimmt stetig zu. Unternehmen suchen verstärkt nach Spezialisten, die Security als festen Bestandteil agiler Entwicklungs- und Deployment-Prozesse verankern. Zahlreiche Stellenanzeigen spiegeln diese Entwicklung wider: Begriffe wie „DevSecOps Weiterbildung“, „Secure Pipeline“ oder „Shift-Left Security“ sind längst fester Bestandteil der Anforderungen. Wer den Schritt wagt, sich gezielt in dieser Disziplin fortzubilden, verschafft sich wertvolle Vorteile auf dem Arbeitsmarkt und gestaltet die IT-Sicherheitslandschaft aktiv mit.
Welcher Weg führt in dieses Aufgabenfeld? Welche Fähigkeiten sind essenziell, und wie lassen sich individuelle Lernziele sinnvoll planen? Die folgenden Abschnitte bieten praxisorientierte Empfehlungen, beleuchten aktuelle Entwicklungen und zeigen typische Karrierewege für eine erfolgreiche DevSecOps Weiterbildung auf.
DevSecOps im Arbeitsalltag: Aufgaben und Erwartungen
DevSecOps-Experten verbinden technisches Know-how aus Entwicklung und IT-Security. Ihr Schwerpunkt liegt darauf, die gesamte Software-Lieferkette durchgängig abzusichern. Typische Tätigkeiten umfassen unter anderem:
- Einbindung von Security-Tools in CI/CD-Pipelines (wie SAST, DAST oder Dependency Scanning)
- Automatisierung von Compliance-Prüfungen innerhalb des Entwicklungszyklus
- Koordination zwischen Entwicklungs-, Betriebs- und Security-Teams
- Vermittlung sicherer Coding-Praktiken sowie moderner DevOps-Methoden an Teammitglieder
- Analyse und Bearbeitung von Schwachstellenberichten
Das Tätigkeitsfeld gestaltet sich vielfältig: Beispielsweise überprüft eine DevSecOps-Fachkraft morgens die Security-Scan-Ergebnisse in Azure DevOps. Während eines Meetings werden aktuelle Bugfixes priorisiert, parallel läuft die Vorbereitung eines Code-Review-Trainings. Am Nachmittag entsteht eine Policy für automatisierte Sicherheitschecks in Container-Builds; Container-Bilder werden dann im Build-Prozess systematisch auf kritische Schwachstellen untersucht, bevor sie die Produktivumgebung erreichen. Im Tagesverlauf treten außerdem Fragen aus Entwicklungsteams auf, die ein gutes Gespür für technische Details und die Fähigkeit zur verständlichen Kommunikation komplexer Sicherheitsthemen verlangen.
Welche Skills braucht ein DevSecOps Engineer?
Die Anforderungen an DevSecOps Engineers unterscheiden sich je nach Unternehmensumfeld, dennoch lassen sich zentrale Kompetenzfelder benennen, die im Rahmen einer gezielten DevSecOps Weiterbildung vermittelt werden sollten:
- Programmierkenntnisse: Mindestens eine Skriptsprache (beispielsweise Python oder Bash) sowie Grundlagen in Sprachen wie Java, C# oder JavaScript.
- CI/CD-Pipeline-Erfahrung: Praktischer Umgang mit Tools wie Jenkins, GitLab CI, GitHub Actions oder Azure DevOps. Ziel ist die nahtlose Einbindung automatisierter Sicherheitsprüfungen.
- Security-Tooling: Vertrautheit im Umgang mit SAST-Lösungen wie SonarQube, DAST-Tools wie OWASP ZAP, Secrets-Scannern, Software Bill of Materials (SBOMs) und Lösungen zur Container-Sicherheit (etwa Trivy oder Aqua).
- Container- und Cloud-Umgebungen: Nutzung von Docker, Kubernetes sowie Kenntnisse in führenden Public-Cloud-Angeboten (AWS, Azure, Google Cloud), einschließlich spezifischer Sicherheitsmechanismen wie IAM, Netzwerksegmentierung und Auditierung.
- Grundlagen der IT-Sicherheit: Bedrohungsmodelle, Authentifizierungsverfahren, Verschlüsselungstechnologien, Zero-Trust-Architekturen und Identitätsmanagement.
Ebenso unerlässlich sind kommunikative Fähigkeiten. DevSecOps Engineers fördern das Verständnis für Sicherheit in interdisziplinären Teams und helfen dabei, mögliche Vorbehalte im Alltag konstruktiv zu adressieren.
Individuelle Lernpfade: Welche Weiterbildung passt zu welchem Hintergrund?
Eine zielführende DevSecOps Weiterbildung sollte auf vorhandenen Kenntnissen aufbauen und Wissenslücken gezielt adressieren. Administratoren bringen meist Erfahrung in Betrieb, Netzwerken und Infrastruktur-Verwaltung mit, benötigen aber mitunter mehr Praxis im Scripting oder im Bereich moderner Cloud-Sicherheitslösungen. Entwicklerinnen und Entwickler sind mit Code, Build-Prozessen und Deployment vertraut, haben jedoch Potenzial bei Security- und Compliance-Themen. Für typische Karrierepfade ergeben sich unterschiedliche Schwerpunkte:
Für erfahrene Entwickler
- Teilnahme an praxisorientierten Workshops zu „Secure Coding“
Muster-Argumentation für einen Weiterbildungsantrag: „Um die Qualitätssicherung bestehender Projekte zu verbessern und Sicherheitsrisiken frühzeitig zu erkennen, beantrage ich die Teilnahme am 3-tägigen Secure-Coding-Bootcamp des XYZ-Instituts.“ - Aufbau eigener Projekte mit Docker und Kubernetes, um Sicherheitseinrichtungen (etwa Admission Controller) zu testen
- Integration automatisierter SAST- und DAST-Scans in selbst betriebene CI/CD-Pipelines, beispielsweise mit GitHub Actions
Für Admins und Operations-Spezialisten
- Belegung von Crashkursen in Python Automation und CI/CD (über Plattformen wie Udemy oder mittels OpenHPI-Kursen)
- Erarbeitung von Grundlagen in Cloud-Security mit Fokus auf Identity- und Access-Management (Einstieg durch Zertifikate von AWS oder Azure)
- Regelmäßige Durchführung von Bedrohungsanalysen auf Testsystemen, zu Beginn etwa mit Open Source-Tools wie ThreatModeler oder dem Microsoft Threat Modeling Tool
Für Security-Spezialisten
- Praktisches Kennenlernen moderner DevOps-Toolchains, einschließlich CI/CD, Containerisierung und Infrastructure as Code
- Abschluss eines Zertifikats im Bereich Cloud Native Security, wie den CNCF Certified Kubernetes Security Specialist oder AWS Security Specialty
Erfahrungen aus erster Hand, beispielsweise in interaktiven Online-Labs, sind äußerst wertvoll. Plattformen wie Katacoda, TryHackMe oder Cloud Academy bieten praxisnahe, realitätsnahe Umgebungen.
Fort- und Weiterbildungsformate: Welche Angebote sind 2026 gefragt?
Digitale Lernangebote gewinnen zunehmend an Akzeptanz, wobei sich die Formate weiter differenzieren. Besonders gefragt sind:
- Online-Bootcamps: Kompakte Intensivkurse, oft nebenberuflich absolvierbar. Anbieter wie OpenHPI, Udacity oder SANS setzen gezielt auf praxisnahe Anwendung und Fallstudien.
- Zertifizierungen: Anerkannte Standards wie CompTIA Security+, (ISC)² CSSLP, AWS Certified Security – Specialty oder das CNCF-Zertifikat „Certified Kubernetes Security Specialist“.
- Microlearning: Kurze Wissens-Happen wie Videos oder Quizformate, um aktuelles Wissen regelmäßig zu aktualisieren – zum Beispiel via Pluralsight oder LinkedIn Learning.
- Interne Hackathons und Security-Challenges: Hier zählt das gemeinsame Lernen an echten Herausforderungen, häufig mit direktem Bezug zur Unternehmenspraxis.
Wer sich im Zuge einer DevSecOps Weiterbildung bewirbt, sollte Erfahrungen aus Fort- und Weiterbildungsformaten aktiv in Lebenslauf und Interview einbringen. Ein Beispiel für eine überzeugende Darstellungsweise: „Zusätzlich zu meinen regulären Aufgaben habe ich am interaktiven CI/CD Security Bootcamp mit Schwerpunkt Kubernetes teilgenommen und eine automatisierte Scan-Pipeline für Open-Source-Projekte entwickelt.“
Szenarien aus der Praxis: Wie DevSecOps echten Mehrwert bringt
Reale Praxisbeispiele verdeutlichen, wie DevSecOps Weiterbildung Prozesse verbessert und Risiken minimiert:
- Zuverlässiges Release unter hohem Zeitdruck: Ein Fintech-Unternehmen integriert automatisiertes Static Application Security Testing (SAST) in bestehende GitLab-CI-Prozesse. Releases erfolgen weiterhin zügig, während Schwachstellen wesentlich früher auffallen. Die Zahl produktiver Sicherheitsvorfälle sinkt um 60 Prozent, und der Aufwand im Krisenteam verkürzt sich merklich.
- Nachhaltige Compliance im Cloud-Kontext: Ein international tätiger Mittelständler nutzt Infrastructure-as-Code-Policies (per Terraform, AWS), um Security-Einstellungen automatisch zu dokumentieren und auf Konformität zu prüfen. Abweichungen werden bereits beim Pull Request erkannt, sodass der Audit-Aufwand bei der Zertifizierung erheblich geringer ausfällt.
Ein konkretes Beispiel aus dem Arbeitsalltag: Entwickelnde möchten verhindern, dass API-Schlüssel versehentlich im Repository landen. Der Einsatz eines automatisierten Secrets-Scanners wie GitGuardian löst dieses Problem effektiv – eine verhältnismäßig kleine Maßnahme mit erheblicher Wirkung. Solche Erfahrungen sind wertvoll für Bewerbungsunterlagen und Interviews.
Tipps für deinen Lern- und Karriereplan im Jahr 2026
Die persönliche DevSecOps Weiterbildung ist als fortlaufender Prozess zu betrachten. Für nachhaltigen Lernerfolg und den kontinuierlichen Ausbau relevanter Kompetenzen empfiehlt es sich:
- Klare, realistische Ziele festzulegen (zum Beispiel: „Bis Q3 2026 schließe ich die CKSS-Zertifizierung ab.“)
- Eigene Projekte sowie Lernfortschritte öffentlich zu dokumentieren, beispielsweise auf GitHub oder LinkedIn
- Mentoring-Programme oder fachlich relevante Communitys zu nutzen – etwa DevSecOps-Gruppen auf Meetup oder Diskussionsforen zu Cloud Security
- Neue Entwicklungen im Bereich KI-gestützter Security-Tools aufmerksam zu verfolgen, da sich Schnittstellen zwischen MLOps und SecOps zunehmend intensivieren
Wertschätzung für kleine Meilensteine bleibt ebenfalls bedeutsam. Erwähnungen von Zusatzqualifikationen oder die Veröffentlichung eigener Code-Beispiele wirken sich erfahrungsgemäß positiv auf Bewerbungen und Karrieren aus.
Fazit: Investiere in deine DevSecOps Weiterbildung für eine sichere Karriere
Die Position des DevSecOps Engineers gewinnt weiter an Bedeutung. Wer sich heute entsprechend qualifiziert, eröffnet sich vielfältige berufliche Chancen, von spannenden Projekten bis zu attraktiven Vergütungen. Durch die Nutzung digitaler Lernangebote, den Aufbau praxisnaher Erfahrung und die kontinuierliche Erweiterung des eigenen Portfolios positionieren sich Fachkräfte optimal für die IT-Sicherheitsjobs der Zukunft.